Ardbeg Dolce: Warum dieser Whisky spaltet – und warum wir ihn trotzdem lieben

Ahoy! Manchmal gibt’s Whiskys, bei denen die Meinungen so weit auseinandergehen, dass man sich fragt, ob alle wirklich aus derselben Flasche getrunken haben. Der Ardbeg Dolce, der diesjährige Ardbeg-Day-Release, ist genau so ein Fall. Die einen feiern ihn als eines der gelungensten Fassexperimente der Brennerei überhaupt. Die anderen fragen sich ernsthaft: Ist das hier eigentlich noch Ardbeg genug?

Was steckt drin?

Zur Erinnerung: Ardbeg Dolce ist eine Kombination aus klassischem, in Bourbonfässern gereiftem Ardbeg und Malt, der in Marsala-Dolce-Fässern reifte – der süßesten Variante des sizilianischen Likörweins. Abgefüllt mit 47,8 Prozent, ohne Altersangabe, verpackt im Look des italienischen Kinos der 60er-Jahre. Vorgestellt wurde er am 30. Mai 2026 zum Ardbeg Day, dem Höhepunkt des Fèis Ìle Festivals auf Islay, unter dem Motto „La Dolce Vita“.

Die Kritiker: „Wo bleibt der Rauch?“

Wer den harten, medizinischen Torf-Punch erwartet, für den Ardbeg sonst bekannt ist, wird bei vielen Verkostungen enttäuscht. Ein Reviewer beschreibt, wie er beim Trinken förmlich darauf wartet, dass der Whisky „größer“ wird – ein Ausbruch von rauchigem Torf, ein Moment, in dem der Ardbeg-Charakter sich gegen die Süße durchsetzt. Dieser Moment bleibt aus. Stattdessen bleibt der Dolce durchgängig ruhig und ausbalanciert. Ein anderer Tester nennt ihn direkt „spaltend“ und findet, dass der Preis auf dem Sekundärmarkt für das Ergebnis kaum zu rechtfertigen ist.

Kurz gesagt: Die Kritik lautet nicht „der schmeckt schlecht“, sondern eher „das ist nicht der Ardbeg, den ich wollte“.

Die Fans: „Eines der besten Fassregimes überhaupt“

Auf der anderen Seite gibt’s Stimmen, die genau diese Zurückhaltung feiern. Ein Reviewer bezeichnet die Marsala-Reifung als eines der stimmigsten und gelungensten Experimente der Brennerei. Andere Verkostungsnotizen sprechen von einer Balance aus Aprikose, Orangenblüte, dunkler Schokolade und Torfrauch, die nie aufdringlich süß wird – eine 94-Punkte-Bewertung ist da keine Seltenheit.

Unsere Meinung: einer der süßesten Ardbegs überhaupt – und genau deswegen geil

Wir haben den Dolce direkt zum Release verkostet und auf Insta gezeigt – und unsere Einschätzung deckt sich fast eins zu eins mit dem, was die Kritiker bemängeln, nur mit umgekehrtem Vorzeichen. Ja, das ist einer der süßesten Ardbegs, die wir je getrunken haben. Und genau das macht ihn für uns spannend, statt enttäuschend. Wer den klassischen, kompromisslosen Islay-Torfhammer sucht, ist beim Dolce definitiv falsch. Wer aber mag, wie Süße und Rauch hier Hand in Hand gehen, statt gegeneinander zu kämpfen, bekommt einen der interessantesten Committee-Releases der letzten Jahre.

Genau das macht Whisky für uns so spannend: Es gibt nicht „den einen richtigen Geschmack“. Der Dolce ist der beste Beweis dafür, dass ein und derselbe Dram für die eine Person eine Enttäuschung und für die andere ein Highlight sein kann – je nachdem, was man von einer Marke wie Ardbeg erwartet.

Fazit

Wenn du reinen, unverfälschten Islay-Torf willst: Finger weg vom Dolce, greif lieber zum Ten Cask Strength. Wenn du aber neugierig bist, wie weit sich der typische Ardbeg-Charakter dehnen lässt, ohne zu brechen, und du süße, fruchtige Noten neben Rauch magst: Der Dolce ist eine Reise wert.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell geprüft von Matthias Kaufmann / Artsequence Spirits.

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