Ahoy! Der Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure (BSI) hat frisch seine „Daten aus der Alkoholwirtschaft“ für 2025 rausgehauen – und das Ding liest sich wie ein Logbuch voller Überraschungen. Manche Kategorien feiern Rekordjahre, andere sinken gerade so leise wie ein Fass im Novembernebel. Wir haben uns durch die Zahlen gewühlt, damit du es nicht musst.
Erstmal die bittere Pille
432 Millionen Flaschen Spirituosen à 0,7 Liter gingen 2025 im deutschen Lebensmitteleinzelhandel über die Theke. Klingt nach ner Menge, ist aber ein Minus von 5,3 Prozent gegenüber 2024. Da wurden nämlich noch fast 456 Millionen Flaschen verkauft. Der generelle Trend bleibt also: Der Gürtel wird enger geschnallt, der Konsum insgesamt schrumpft weiter.
Aber halt – nicht alles im Regal geht baden. Manche Kategorien drehen gerade richtig auf.
Die Gewinner: Wer 2025 abräumt
Sonstiger Whisky – der Underdog wird zum Star
Ganz oben auf dem Treppchen: „Sonstiger Whisky“, also alles, was NICHT Malt Whisky ist und nicht aus Schottland, Irland, USA oder Kanada kommt. Denk an Rye aus Mitteleuropa oder Blended Whisky aus Japan. Beim Umsatz steht hier ein Plus von satten 68,4 Prozent, beim Absatz sogar über 100 Prozent. Die Konsumenten schauen offenbar über den Tellerrand der großen Whisky-Nationen hinaus – und genau da tummeln sich auch unsere eigenen Abfüllungen wie die Oak Sequence.
Kaffee im Glas läuft und läuft
Silbermedaille geht an Moccalikör beziehungsweise Kaffeelikör mit plus 26,5 Prozent Umsatz. Der Kaffeetrend und der ewige Hype um den Espresso Martini zahlen sich hier offenbar richtig aus.
Cognac und Brandy: mehr verkauft, kaum mehr verdient
Spannender Fall: Bei Brandy und Cognac wurden 4,9 respektive 7,2 Prozent mehr Flaschen verkauft – der Umsatz kletterte dabei aber nur um mickrige 0,5 und 0,7 Prozent. Sprich: mehr Flaschen, kaum mehr Kohle. Das riecht nach Rabattschlachten oder danach, dass Leute vermehrt zu jüngeren, günstigeren Abfüllungen greifen.
Die Verlierer: Wer 2025 baden geht
Doppelwacholder auf dem Meeresgrund
Ganz unten in der Tabelle: Doppelwacholder mit einem Umsatzminus von 32,6 Prozent. Autsch. Direkt dahinter folgt Tresterbrand mit -21,6 Prozent, dann Cachaça, Bärwurz und Aquavit – alle tief im roten Bereich.
Scotch verliert an Boden
Auch die schottischen Klassiker kriegen’s zu spüren: Scotch Whisky verliert 12,6 Prozent Umsatz und sogar 16,4 Prozent beim Absatz. Malt Whisky insgesamt liegt bei -14,0 Prozent. Und Gin & Genever? Minus 13,5 Prozent bei den verkauften Flaschen.
Umsatz vs. Absatz: der kleine, aber feine Unterschied
Schaut man statt der reinen Flaschenzahl auf den Umsatz, fallen die Ausschläge insgesamt etwas gemäßigter aus – die Richtung bleibt aber dieselbe. Heißt: Es geht nicht nur darum, WAS gekauft wird, sondern auch WIE VIEL dafür bezahlt wird. Genau diese Unterscheidung macht die Zahlen für uns als kleinen, qualitätsorientierten Anbieter richtig spannend.
Was das für dich (und uns) bedeutet
Der Run auf „sonstigen Whisky“ und ungewöhnliche Kategorien bestätigt, was wir schon länger im Bauch spüren: Die Neugier auf das, was jenseits der großen bekannten Marken liegt, wächst kräftig. Während Scotch und Wacholder ins Straucheln geraten, öffnen sich immer mehr Leute für Neues, Regionales, Handgemachtes. Und genau da wollen wir mit unseren eigenen Abfüllungen ansetzen – lieber ein spannendes Nischenprodukt als das hundertste Standardregal.
Häufig gefragt
Was ist der BSI?
Der Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e. V. ist die zentrale Interessenvertretung der deutschen Spirituosenbranche und veröffentlicht jährlich Marktzahlen zu Absatz und Umsatz.
Welche Spirituosenkategorie ist 2025 am stärksten gewachsen?
Sonstiger Whisky, mit weitem Abstand vor Moccalikör/Kaffeelikör.
Welche Kategorie hat 2025 am meisten verloren?
Doppelwacholder mit einem Umsatzminus von 32,6 Prozent, dicht gefolgt von Tresterbrand.
Warum sinkt der Gesamtmarkt trotz einzelner Gewinner?
Der Gesamtabsatz im Lebensmitteleinzelhandel ist 2025 um 5,3 Prozent gesunken. Die starken Zuwächse einzelner Nischenkategorien reichen nicht aus, um den generellen Rückgang beim Spirituosenkonsum auszugleichen.
Quelle: Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e. V. (BSI), Daten aus der Alkoholwirtschaft 2025.
KI Artikel
