Warlich Rum: Was steckt hinter dem Rum des Königs der Tätowierer?

Es gibt Produkte, hinter denen steckt ein Mensch. Und es gibt Produkte, hinter denen steckt eine Legende.

Warlich Rum ist beides.


Wer war Christian Warlich?

Christian Warlich, geboren 1891 in Hamburg, gestorben 1964, war kein gewöhnlicher Tätowierer. Er betrieb seit 1919 auf St. Pauli in der Kieler Straße 44 — später Clemens-Schultz-Straße — eine Tätowiergaststätte: eine Kneipe, in der eigens abgetrennte Bereiche fürs Tätowieren eingerichtet waren. Kunden aus aller Welt kamen hierher. Matrosen, Künstler, Abenteurer.

Was zunächst eine „Kneipe mit ein bisschen Tattoo” war, wurde zur „Tattoo-Stube mit ein bisschen Kneipe”. Warlich war der erste Tätowierer Deutschlands mit einer festen Adresse, einem echten Gewerbe, einem professionellen Anspruch. Er tauschte sich mit Kollegen und Wissenschaftlern weltweit aus, ließ sich von asiatischen und amerikanischen Motiven inspirieren, vertrieb Tätowiermaterial und hob das Handwerk in Deutschland auf eine neue Ebene.

Sie nannten ihn den König der Tätowierer. Bis heute dienen seine Zeichnungen als Vorlagen für Tattoos im Old-School-Stil auf der ganzen Welt. Über 50.000 Kunden tätowierte er in seiner vierzigjährigen Karriere.

Den Rum für seinen Grog bezog er übrigens von einer Spirituosenmanufaktur direkt um die Ecke — Helene Niebuhr Wwe. in der Bernhard-Nocht-Straße. Rum und Tinte. Auf St. Pauli passt das zusammen.


Wie entstand Warlich Rum?

Fast 100 Jahre später forscht der Hamburger Kunsthistoriker Dr. Ole Wittmann über Christian Warlichs Nachlass. Das Ergebnis: eine große Ausstellung im Museum für Hamburgische Geschichte (2019/20). Und ein Rum.

Wittmann entwickelte Warlich Rum als Begleitung zur Ausstellung — hergestellt von Hamburgs ältester Weinkellerei und Spirituosenmanufaktur, Heinr. von Have, gegründet 1868, bis heute in Familienbesitz. Auf Jamaica destilliert. In Hamburg veredelt. Nach altem Familienrezept.

Der Rum startete im Museums-Shop. War schnell weg. Hamburger Spirituosenläden wollten ihn. Dann Läden außerhalb Hamburgs. Dann noch mehr.


Ist Warlich Rum ungesüßt?

Ja — und das ist der entscheidende Punkt.

Warlich Rum Jamaika ist ungesüßt, ohne künstliche Aromen, ohne Zusatzstoffe. Echter Rum, so wie er sein soll. Keine Zuckerlösung, die Fehler im Destillat kaschiert. Kein Marketing-Trick.

Wer schon mal einen gesüßten Supermarkt-Rum getrunken hat und sich gewundert hat, warum echter Rum anders schmeckt — hier ist die Antwort: echter Rum braucht das nicht.


Was hat der „Likör ohne Ei” mit einem Rechtsstreit zu tun?

Hier wird die Geschichte richtig interessant.

Neben dem Rum entwickelte das Warlich-Team einen Likör — und nannte ihn „Likör ohne Ei”. Eine Anspielung auf Eierlikör, humorvoll, direkt, ehrlich.

Dann kam die Klage. Der Schutzverband der Spirituosen-Industrie e.V. — einer der mächtigsten Verbände der Branche — klagte gegen das kleine Hamburger Start-up. Der Vorwurf: Der Name sei eine unrechtmäßige Anspielung auf Eierlikör und damit irreführend.

David gegen Goliath. Der Einzelkämpfer gegen den Verband.

Warlich gab nicht nach.

Und weißt du, wie die Geschichte endet? Der Likör ohne Ei steht heute im Haus der Geschichte in Bonn. Im Museum. Als Zeitdokument. Als Statement gegen Überregulierung in der Spirituosenbranche.

Erst verklagt. Dann im Museum.


Warum führe ich Warlich Rum bei Artsequence Spirits in Schwäbisch Hall?

Weil ich an Geschichten glaube. An Handwerk. An Haltung.

Bei Artsequence Spirits in Schwäbisch Hall führe ich keine Produkte, die im Supermarkt stehen. Ich führe Produkte, hinter denen ein Mensch steht — eine Entscheidung, eine Überzeugung, ein Warum.

Mein eigener Gin, der Haller Gesprächsstoff, entsteht nach denselben Grundsätzen: keine künstlichen Aromen, kein zugesetzter Zucker, kein Kompromiss. Das ist mein Standard — und der Standard, nach dem ich auch auswähle, was in mein Regal kommt.

Warlich Rum erfüllt diesen Standard. Ungesüßt. Mit echter Geschichte. Mit Haltung gegenüber einer Branche, die lieber klagt als zuhört.

Das ist der Rum, den Christian Warlich getrunken hätte. Und das ist der Rum, den ich gern in meinem Laden hab.


Wo kann ich Warlich Rum kaufen?

Bei uns in Schwäbisch Hall — schau einfach vorbei oder schreib uns.

Di–Sa, 11–17 Uhr. Artsequence Spirits, Schwäbisch Hall.

Wir beraten dich gern — ohne Druck, ohne Verkaufsgespräch. Einfach ehrlich.


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