Der spanische Rum-Stil — leicht, weich und weit verbreitet

Wenn die meisten Menschen an Rum denken, denken sie unbewusst an den spanischen Stil.

Cuba Libre. Mojito. Daiquiri. Der Rum der in diesen Cocktails steckt — leicht, sauber, ein bisschen süßlich — das ist spanischer Stil.


Woher kommt der Name?

Der Name hat historische Gründe. Die spanischen Kolonialherren brachten ihre Kultur, ihre Herstellungsmethoden und ihre Vorstellungen von Qualität in die Karibik.

Ihr Ziel: Ein milderer, feinerer Rum. Weg vom schweren, rauen Destillat der Seeleute — hin zu etwas Eleganterem, das auch den besseren Kreisen schmeckte.

Das Ergebnis ist ein Stil der bis heute die meistverkauften Rums der Welt dominiert.


Wo wird er hergestellt?

Die wichtigsten Länder des spanischen Stils sind:

  • Kuba — die Heimat des Mojito, legendär für leichte, trockene Rums
  • Puerto Rico — Heimat von Bacardi, dem meistverkauften Rum der Welt
  • Dominikanische Republik — bekannt für sanfte, gut gereifte Rums
  • Venezuela — Solera-Verfahren, komplex und elegant
  • Guatemala — Hochlagen-Reifung, vulkanische Böden, besonderer Charakter
  • Panama, Nicaragua, Kolumbien — ebenfalls spanischer Tradition verhaftet

Was macht den spanischen Stil aus?

Rohstoff: Melasse
Fast immer wird Melasse verwendet — der Rückstand aus der Zuckerproduktion. Das ist günstig, verfügbar und gibt eine solide Basis.

Destillation: Column Still
Die Kolonnendestillation produziert einen neutraleren, leichteren Alkohol. Weniger Eigencharakter vom Destillat selbst — dafür lässt das dem Fass mehr Raum.

Reifung: Eichenfass, oft kurz
Häufig wird in gebrauchten Bourbon-Fässern gereift. Die Reifezeiten sind oft kürzer als beim englischen Stil — was durch das karibische Klima ausgeglichen wird. Hitze beschleunigt die Reifung enorm.

Aktivkohlefilterung:
Viele kubanische und puertoricanische Rums werden nach der Reifung durch Aktivkohle gefiltert. Das entfernt kräftige Aromen und macht den Rum noch leichter und sauberer.

Ergebnis: Leicht, süßlich, rund, sehr zugänglich. Perfekt für Cocktails — aber manchmal etwas wenig Charakter für den puren Genuss.


Das Solera-Verfahren — ein Sonderfall

Einige der besten Rums im spanischen Stil nutzen das Solera-Verfahren — bekannt aus der Sherry-Produktion.

Dabei werden Fässer übereinander gestapelt. Aus den untersten Fässern — den ältesten — wird regelmäßig ein Teil entnommen und abgefüllt. Die fehlende Menge wird aus den darüberliegenden Fässern aufgefüllt — die wiederum von oben nachgefüllt werden.

Das Ergebnis ist ein Rum bei dem immer alte und neue Anteile vermischt sind. Komplex, ausgewogen — und die angegebene Altersangabe bezieht sich oft auf den ältesten Anteil. Was manchmal zu missverständlichen Angaben führt.

Klingt bekannt? Wir nutzen dasselbe Verfahren bei unserem Wanted #6 Sweet Vanilla. 😊


Für wen ist der spanische Stil?

Für Einsteiger — absolut. Zugänglich, süffig, unkompliziert.

Für Cocktail-Fans — perfekt. Die Leichtigkeit macht ihn zum idealen Cocktail-Rum.

Für Puristen — oft zu wenig Charakter. Wer Rum pur trinken will, sucht meist mehr Tiefe und Komplexität.


Was das für dich bedeutet

Der nächste Rum den du kaufst — schau mal nach woher er kommt. Cuba, Puerto Rico, Venezuela? Dann weißt du jetzt: spanischer Stil. Leicht, sauber, zugänglich.

Und wenn du neugierig bist was der Gegensatz dazu ist — der englische Stil wartet im nächsten Artikel. Spoiler: Es wird kraftvoller. 🏴‍☠️


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Artsequence-Spirits — Gelbinger Gasse 7, Schwäbisch Hall

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